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E i n l a d u n g z u m M e d i t a t i o n s s e m i n a r
Ungezählte Zeit Stunden die zählen Werden nicht gezählt Sie funkeln in erlebter Zeit Wie ein Kristall im Sonnenlicht Des Morgens Verweilen und dehnen sich Verwandeln sich in Glück Das zählt
Liebe
Meditationsinteressierte,
D i e S u c h e n a c h G l ü c k Die
Suche nach dem Glück liegt wohl hinter allem Bestreben des Menschen, auch wenn
wir diese Suche gar nicht aktiv und bewusst betreiben. Dabei bleibt die
inhaltliche Ausfüllung dessen, was Glück sein kann oder soll, unklar, verworren,
unbestimmt. So bleiben wir oft auf der Suche nach etwas nur Unbestimmtem, doch
sicher Geahnten, ... genau bei diesem Nebelhaften hängen und werden der Suche
müde und dann unglücklich. Die
Techniken der Meditation können uns bei der Erfüllung dieses Wunsches nach
Glück nicht direkt helfen, wohl aber unterstützen, die Hindernisse abzubauen,
die uns vom Glück scheinbar oder tatsächlich trennen. Das Ziel aller
Meditationswege bist Du selber und auch nur dort ist das Glück beheimatet und
oft versteckt. So gilt es, es zu entdecken, zu enthüllen, den Deckel zu
entfernen: in der Bewegung, im Atmen, im Berührtsein, in der Stille, im
Gespräch, ... Es gibt also etwas zu tun, packen wir es gemeinsam mit Neugier
und Mut an. Dem Glück ist es egal, wie Du es erreichst, letztlich ist es eh ein
Geschenk. Wenn
Du teilnehmen möchtest, solltest Du Deinen Beitrag zwischen € 160 (Normalpreis
des Seminars) und € 110,- (Sonderpreis für Geringverdienende) auf das Konto der
STÄTTE DER BEGEGNUNG bei der Sparkasse Herford 250 001 773, BLZ 494 501
20 überweisen, Stichwort ist: Seminar 17. – 19. Januar 2012. Der Beitrag
umfasst Unterkunft, Verpflegung mit vier Mahlzeiten sowie die Seminargebühren.
Da die Plätze beschränkt sind, melde Dich bitte auch per mail an. Wie in Bielefeld üblich bringe bitte Bettwäsche mit (sonst Ausleihgebühr von 5,5o €), Handtücher, sowie lockere Kleidung zum Bewegen; bringe auch gglfs. Dein Tagebuch oder ähnliches mit sowie festes Schuhwerk für das Spazierengehen im Teutoburger Wald, falls das Wetter es erlaubt. Das
Seminar beginnt am Freitag, 17. Februar 2012 mit dem Abendessen um 18.3o Uhr
und wird am Sonntag nach dem Mittagessen um 13 Uhr mit der Abschlussrunde
enden. So kann eine Zugverbindung sicher ab 15.30 Uhr gebucht werden. Ich
wünsche Dir bis zum Beginn des Seminars eine gute, d.h. ruhige
Vorbereitungszeit und natürlich eine stressfreie Anreise ohne Eis, Stau und
Schnee. So
freue ich mich auf Dich, um mit Dir die Annäherung an das Glück zu
üben. Dein Wolfgang |
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Jahresbrief 2011 - 2012
Der aufrechte Gang Voll Dank Ermutigt den Mut Zu schauen und zu spüren Ermächtigt und fordert Zum Nein Zur Empörung Aus entschlossenem Ja Zur Liebe
Sei ganz herzlich gegrüßt, Zeit ist Leben - unsere Zeit ist unser Leben und so spiegelt sich unser Leben in der Zeit des ablaufenden Jahres. Gilt das Jahresmotto: Befreiung durch einstürzende Denkgebäude auch für uns? Es begann mit der arabischen Jasmin-Revolution in Tunesien und setzte sich über Ägypten, Jordanien, Jemen, Bahrein und Libyen fort und dauert in Syrien blutig noch an. In der Angst vor ähnlichen Freiheitsbewegungen verbot China das Wort und die Jasminblüten. Fast überall zerbröselten schnell die freundschaftlichen Beziehungen zu den arabischen Diktatoren. In Frankreich musste der Innenminister gehen, weil der Polizeieinheiten zum Schutz Ben Alis zwei Tage vor dessen Flucht anbot. Mubarak stürzte in Ägypten, ein Hoher Militärrat ersetzte seine Diktatur und will bis heute die Macht und seine vielen Privilegien nicht aus der Hand geben, sodass im November erneut auf dem legendären Tahrirplatz demonstriert und gestorben wurde. Die ersten Teilwahlen unter dieser Militärdiktatur fanden statt, wie freiheitlich sie waren, bleibt offen. Tunesien scheint auf gutem Weg zu sein.
Einige Aspekte dieser Jasminrevolutionen blieben mir
eindringlich im Bewusstsein: der unglaubliche Mut der jugendlichen
Revolutionäre, die Ausdauer der Proteste und wie diszipliniert etwa die Schüler in Tunis und Kairo ohne
Anordnung jeden Tag die Plätze und Mauern säuberten und ihre Schulen vor
staatlichen Provokateuren schützten.
Wie
schwer es westl. Regierungen fiel, Zukunftschancen in diesen
Bewegungen zu sehen – d.h. wie zäh sie sich an ihren
ideologischen Denkgebäuden festhielten- , zeigte sich in der sehr
zögerlichen
Unterstützung: Moslems können nicht für Menschenrechte,
Demokratie und Freiheit
sein, fundamentalistische Bewegungen könnten siegen, unsere
Sicherheit wäre
bedroht. Peinlich spät sprang die dtsch Regierung auf den
abgefahrenen Zug in
Libyen auf.
„Wir sind das Volk“ hieß es 1989. Wie
„Wutbürger“ gingen weltweit Bürger auf die Strassen, verbunden durch das
Büchlein „Empört euch!“: „Occupy the Wallstreet“ oder „Wir sind die 99%“. Auch
in Russland schluckten die Bürger Wahlfälschungen nicht länger und protestieren
massiv gegen Putins Partei der „Diebe und Betrüger“. Beginn einer
Demokratisierung?
Diese Bewegung ist in den USA auch eine
Reaktion der Enttäuschung über den
hoffnungsvoll gestarteten Präsidenten, der Veränderungen versprach,
aber damit im System der USA weitgehend scheiterte. Im
Präsidentschaftswahlkampf sind bei den Republikanern nicht einmal drittklassige
Bewerber zu finden. Hoffnung für Obama? für die Welt?
Weitere Ereignisse des Jahres möchte ich nur summarisch erwähnen: wochenlang beschäftigte die „Doktorarbeit“ eines Blenders die Öffentlichkeit, dem „Täuschung als werkprägendes Arbeitsmuster“ bescheinigt wurde. Viele Menschen ließen (und die EU lässt) sich blenden und so taucht die Frage auf: welche Haltung steckt hinter dieser Bereitschaft, sich von einem Betrüger blenden zu lassen? Sehnsucht nach einer „Führergestalt“? Weiterhin gab es die Ermordung Osama Bin Ladens; der Sturz des Strauss-Kahn als ernstzunehmender franz. Präsidentschaftskandidat; den verdienten Sinkflug einer Partei auf inzwischen 3%; der Aufstieg der Piraten, der „Elite“ auf bislang Kindergartenniveau, doch mit Zukunftschancen; es gab den längst notwendige Abgang Berlusconis; das worthülsenreich kaschierte Scheitern in Afghanistan und im Irak,; weiterhin gibt es keine Aussicht auf einen Frieden im Nahen Osten, Israel scheint am Frieden nicht interessiert zu sein; es gab den Sieg der Lobbyinteressen über den Klimaschutz, noch nie wurde so viel CO2 in die Luft geblasen und überdeutlich durch den Austritt Kanadas aus dem Kyoto-Protokoll, um die Profite der Ölschiefergeschäfte nicht zu gefährden; Hoffnungsvoll klingt die Öffnung der Militärdiktatur in Burma; schließlich: erschien mein dritter Gedichtband, es gab viele anregende Gespräche mit hortizontoffenen Schülern, ein Meditationsseminar mit life-Musik. Und der BVB wurde Deutsche Meister...
Die Krisen der internationalen Finanzmärkte waren
auch 2011 Thema. Sie wurden zu Staatsschuldenkrisen und dies Karussell dreht
sich immer schneller: Banken sind „too big to fail“, müssen vom Staat gerettet
werden, der sich deshalb verschulden muss und durch die Schulden noch mehr in
die Abhängigkeit der anonymen Finanzmärkte gerät, wo weiter gezockt wird.
Tatsächlich scheint das Problem der Staatsschulden nicht wirklich so drückend
zu sein – Großbritannien widersetzt sich jeder Schuldenbremse- , so wird eine
Finanztransaktionssteuer von nur o,5%
abgelehnt (die Steuern auf Sparkonten betragen 25%), sie würde den
Staaten in einem Jahr Hunderte Milliarden (!) Euro einbringen,
Mir scheint die Fokussierung allein auf die
Schulden zu eng zu sein, denn Verschuldung gibt es nicht an sich, sondern immer
nur mit der anderen Seite, die Gewinne macht; so verursachte Deutschland als
langer Exportweltmeister die Verschuldung
anderer Länder und verhinderte eine Balance durch fehlende Importe. Das
Entscheidende ist die
Gesamtverschuldung der Länder und die hat mit dem Außenhandel zu tun.
Deutschland hat die Überschüsse im Außenhandel auch durch massiven Druck auf
die Löhne erreicht und gilt inzwischen als Billiglohnland, die Verweigerung
eines flächendeckenden Mindestlohnes gehört in diese neoliberale Marktideologie
wie auch die strikte Ablehnung der Regulierung der Finanzmärkte. Druck der
Interessensverbände?
Das medienwirksame Reden über die „Schuldenkrise“ streut Sand in die Augen, denn ein Staat kann nicht wie ein privater Haushalt sparen. Die Steuereinnahmen sinken, wenn er durch Ausgabenkürzung spart. Das Zurückfahren der Schulden geht nur mit wirtschaftlichem Wachstum. Der Druck gegenüber Griechenland, Spanien, Portugal, etc durch EU und IWF verhindert jeden Ansatz zum Wachstum. Druck ist Gewalt. Das zeigt, wie sehr unsere Wirtschaftsordnung eine gewalttätige ist. Rettungsschirme sollen weniger die Länder als
vielmehr die Banken mit ihren komplexen Finanzsystemen retten, die ihre eigenen
Systeme nicht mehr durchschauen. Zusätzlich zur Komplexität sind sie global
vernetzt. Solche Systeme sind extrem
katastrophenanfällig, was Katastrophenforscher schon lange festgestellt haben. Das zeigt sich an anderer Stelle noch deutlicher. Nirgendwo wurden im letzten Jahr die Reichen reicher und die Armen ärmer als in Deutschland; makabre Folge: die Geringverdienenden sterben hier um drei Jahre früher als die Gutverdienenden. Sind das nur erträgliche Kolateralschäden? Darin zeigt sich auch ein bestimmtes Menschenbild. Das Problem weist auf ein Dilemma: staatliches politisches
Handeln geschieht demokratisch legitimiert aufgrund nationaler (und
wahltaktischer) Interessen; die Finanzmärkte sind global und letztlich
unfassbar. Politik ist interessengeleitetes Tun, dabei setzen sich die
Interessen durch, die den größten Einfluss haben. Im Kapitalismus ist es das
Kapital, also die Finanzmärkte. Erst dann kommen die Interessen der ratlosen
und überforderten Wähler.
Nach Hegel siegen im Konflikt zwischen Ideen und Interessen stets die Interessen. Interessen werden in Bedeutungen deutlich. Nichts hat Bedeutung, sondern Bedeutung hängt vom Kontext ab. Je kleiner dessen Rahmen ist, je enger ist mein Weltbild und der Sinn, dem ich meinem Leben gebe, ob ich mich empöre, mich engagiere oder als Untertan die Gartenzwerge pflege. So sollte ich mich fragen: was bekommt durch mich Bedeutung? Wie klein oder weit ist mein Horizont? aus welchem Kontext denke und handle ich? Global? Auf den Gewinn Ahnen wir vage einen anderen Sinn Wenn es still wird Im Denken
Doch es wird nicht still im Denken und so
wird ein größerer Kontext nicht erwogen. In den auftauchenden Neonationalismen
wird sich sogar Europa fremd, nationalegoistische Ziele bekommen Vorrang.
Nicht nur in Bezug auf das Klima reicht ein Minikontext nicht aus.
Die Verkündung: „Jetzt wird in Europa Deutsch gesprochen“
ist dumm und arrogant. Zu dieser Mischung aus Unterstellungen, Missgunst und
nationalistischer Besserwisserei besteht kein Grund. Die Wirklichkeit
Deutschlands ist kein Vorbild: ein riesiger Schuldenberg, relativ betrachtet
noch höher als der spanische, die
schlechten Bildungschancen nicht nur für Migrantenkinder, 60 000 Schüler
verlassen ohne jeden Abschluss die strukturell kranken Schulen, überfüllte
Universitäten, baufällige Hörsäle, unzureichende Kinderbetreuung, geringe
Erwerbstätigkeit von Frauen, Fachkräftemangel, Lehrermangel, ... Soll an diesem deutschen Wesen die Welt
genesen? „Den anderen geht es noch schlechter“, ist kein Trost. Die Idee eines
geeinten Europa als Lehre aus der Geschichte wird zuschanden.
So nachvollziehbar Sparen klingt, die Sparpolitik Brünings
hat das Ende der Weimarer Republik eingeleitet und dem Faschismus den Weg
gebahnt. Auch heute ist faschistisches Denken nicht ausgestorben wie die
rechten Terroranschläge in Deutschland, Florenz, Oslo, ... beweisen. Das blinde
Auge gegenüber rechtem Terror hat eine
lange Tradition, denn das Interesse der
Politik gilt selten dem Schutz von Obdachlosen oder Migranten, sondern ihrer
angeblichen Unwilligkeit zur Integration. Dem wird mediengerecht Bedeutung
gegeben, nicht der Würde des Menschen. In Art.1 der
UN-Menschenrechtsdeklaration heißt es:
„Alle Menschen sind
frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Volle
13 Jahren wollten die Sicherheitsbehörden vom rechten Terror nichts bemerkt
haben, obwohl sich ihre blutige Spur quer durchs Land zog -mit mindestens zehn
Morden, über ein Dutzend Banküberfälle; Waffendiebstähle. Es wird endlich
deutlich, dass die rechte Gefahr
ignoriert wurde, trotz der 182 Todesopfer seit 1990 und Tausender
verletzter Menschen, trotz der Bombenanschläge, den Ausschreitungen in Rostock und Hoyerswerda, von Mölln,
Solingen, der Schändungen von Friedhöfen. Die explosive Mischung aus Männlichkeitskult,
Minderwertigkeitsgefühl und verquarstem Geschichtsverständnis beginnt als Bild
vom Menschen im Kopf. Dort herrscht Angst vor der Vielfalt, vor Freiheit und
Zukunft.
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