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1. Termine 2012 

2. Was ist Meditation und wozu dient sie ?

3. Hintergrund der Seminare

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Termine der Meditationsseminare 2012 


3. - 5. Februar 2012        Vlotho  Zen-Retreat  Präsenz

17. – 19. Februar 2012    Bielefeld  Die Suche nach Glück

9. - 11. März 2012           Bielefeld   Die Kraft in der Stille

 27.April – 1.Mai 2012      Bielefeld Aufbruch in die Freiheit                                           
18. - 2o.Mai 2012             Vlotho  Zen-Retreat  Leben

21. – 23. Sept. 2012         Bielefeld  Mitgefühl

19. - 21.Oktober 2012      Vlotho     Zen-Retreat  Gehen

26. - 28.Oktober 2012      Bielefeld Freiheit und Grenzen 

23. - 25.November 2012   Bielefeld  Abschiedlich leben

07. - 09. Dezember 2012   Vlotho  Zen-Retreat  Lieben

                
                                                                      


 
                                                                            

 

Was ist und was will Integrale Meditation ?

 

Meditation wird oft missverstanden und ist somit auch nicht vor Missbrauch geschützt. Sie kann unter dem Blickwinkel der Meditationstechnik verstanden werden oder unter dem des Inhaltes. Die Beschränkung auf die Technik verfehlt das, worum es in der Meditation geht und verkommt zur Dogmatik; die verschiedenen Techniken sind kein Selbstzweck.   Meditation hat mit "Esoterik" sowenig zu tun wie mit "wellness".  Sie will vor allem Freiheit. Sie will dem Leben auf den Grund gehen, damit die eigene Lebenshaltung klären, um Glück im eigenen Lebensentwurf  zu ermöglichen. Meditation ist vor allem eine Praxis des nüchternen Augenblicks, um in uns die Fähigkeit zur Andacht  entfalten zu können als einer Kultur der Präsenz für Größeres in uns.

 
Für mich ist Meditation ein fortschreitender Prozess der Selbsterkenntnis, der nur sprachlich in Stufen erfolgt. Wenn ich hier fünf Stufen beschreibe, dann dient das nur  dem leichteren Verständnis, es ist  eine Wegbeschreibung, in der ich  auf Schleifen, Rückgriffe auf vorherige Stufen etc. verzichte. In der Meditation gibt es kein zu erreichendes Ziel wie bei einem Marathonlauf. Meditation ist paradox, denn wir sind beim Start schon am Ziel, denn nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Gehen. Meditation ist ein lebendiger Prozeß.

 

Ich beobachte meinen Geist, mein Denken

In aller Meditation geht es um die menschliche Grundfrage „wer bin ich?“ Da das „Ich“ nicht unmittelbar beobachtet werden kann, bin ich auf die Reaktionen angewiesen mit denen ich auf Herausforderungen, Wünsche, Ängste, ... reagiere. Diese Reaktionen sind oft körperlicher Art und machen sich dort durch Verspannungen, Stress, Kurzatmigkeit, ... bemerkbar.  Sehr schnell merke ich, dass die Beobachtung gar nicht so einfach ist, denn  der Geist irrt immer wieder ab, springt wie ein „wilder Affe“ in den Bäumen herum. Anstatt Stille herrscht Aufruhr im Geist. Ständig bewerte ich  mich und andere.

Ursache dieses unkontrollierten Denkens ist die Reaktion auf innere Spannungen, die wiederum von unserem bisherigen Erleben von Aggressivität, Ängsten, Verlusten, Unsicherheiten, Misserfolgen Traumata, ... herrühren, die  im Gedächtnis gespeichert sind.

Das Denken zu verdrängen hilft nicht  -Druck erzeugt Gegendruck- , es zu ersetzen wäre Regression ins kindisch-naive. Deshalb geht es nur um die neugierige, nicht-wertende Beobachtung – nicht die Kontrolle !- der Gedanken, der auftretenden Gefühle und der Reaktionen darauf. Das ist ein aufregendes Abenteuer.

Mit viel Disziplin gelingt es –zunächst nur für einige Momente-  in den Reaktionen bestimmte Muster zu entdecken, denen ich folge und die mein Denken und Handeln ausmachen, ich entdecke, welche Macht Projektionen, Bewertungen, Vergleiche, Vergangenheit und Zukunft über mich haben und wie sie die Gegenwart verzerren; schnell mache ich mich zum Maß aller Dinge ohne es im allgemeinen zu bemerken.

Im ersten Zugriff scheitere ich scheinbar meinen Geist zu beobachten oder bin geschockt über die Erkenntnis der unsteten Natur meines Geistes. Es entsteht der Wunsch ihn zu beruhigen und ich werde bescheidener und bin damit schon auf der nächsten Stufe der Meditation angelangt: wie bin ich?

 

Ich bin hier und jetzt

Nur in der Gegenwart handle ich und fühle ich, wie ich bin. Deshalb ist es das Anliegen der Meditation immer mehr in der Gegenwart anzukommen. Meist schleppen wir die Vergangenheit mit uns herum mit allen Lasten und Freuden und lassen uns dadurch beeinflussen; oft träumen wir von einer schönen oder bedrohlichen Zukunft, lassen uns leiten von Urteilen und Vorurteilen. Doch Leben findet nur jetzt und hier statt. Das Leben ist in jedem Atemzug vollständig hier. So wird aus der Meditation ein Achtsamkeitstraining: was geschieht in mir, was geschieht außerhalb von mir, welche Beziehungen bestehen zwischen “außen“  und „innen“?

Nehme ich immer mehr und öfter bewusst wahr, was hier und jetzt gerade geschieht –in mir und um mich herum-, kann die nächste Stufe der Meditation uns sehr ernüchtern, vielleicht gar ängstigen. Doch die übliche und erlernte Flucht oder Ignoranz nützt nichts. Alles ist mit allem verbunden, die Trennung in „ich“  und „die“ wird als Konstrukt erkannt. Ich bin ein Netz von Beziehungen auf vielen unterschiedlichen Ebenen, die miteinander verwobenen sind und gegenseitig Einfuß nehmen. Ich bin aufgehoben und aufgefangen, verbunden mit anderen, freilich auch mitverantwortlich. Ich spüre mein Lebendig-sein in jedem Atemzug, in jedem Herzschlag, bei jedem Schritt. Ich bemerke die Wirklichkeit  um mich herum in ihrer ungeheueren Vielfalt und Buntheit, nehme mein Eingebettet-sein wahr. Ein Hauch von bislang ungeahnter Freiheit macht sich in mir breit.

Schaue ich noch genauer, dann entdecke ich auch den steten Wandel allen Seins, entdecke, Leben ist nichts Statisches, sondern vollzieht sich in dynamischen Prozessen und unversehens bin auf der nächsten Stufe der Meditation angelangt:

 

Ich schaue die Vergänglichkeit

Die Vergänglichkeit aller Dinge und Erscheinungen gehört zur Grunderfahrung des Lebens. Diese Erfahrung kann ängstigen. Doch nicht nur das Schöne und Ersehnte vergeht, die Macht und der Reichtum, auch die Belastungen und Ängste vergehen, manchmal schnell, manchmal werden wir auf eine harte Geduldsprobe gestellt, dies vor allem, wenn wir immer noch am Vergänglichen festhalten wollen –etwa im Krankheitsgewinn. „Verweile doch, du bist so schön.“ heißt es als teuflische Verlockung in Goethes Faust. Das Leben gleicht einem Fluss, in den niemand zweimal steigen kann. Die Zeit wird zum Leben.

Auch der unvermeidliche Tod gehört zum Leben und er macht es wertvoll und die Zeit unseres Lebens so kostbar. Er ist Teil des Lebens von Anfang an. Ihn zu ignorieren ist fahrlässig.

Es gibt die erhoffte Sicherheit nicht. Beginne ich dies zu akzeptieren, dann spüre ich das, was ich schon immer ersehnt habe: eine größere Freiheit und den größeren psychischen Raum, in dem ich lebe. In diesem Prozess der Befreiung durchschaut das Bewusstsein seine eigenen Muster nach denen es sich selbst –aus Angst- konstruiert und kann dann loslassen. Nach und nach lerne ich abschiedlich zu leben.

 

 

Ich löse mich von aller Gier

Wenn  alles vergeht und es wenig Sinn macht, etwas festhalten zu wollen, was nicht festzuhalten ist,  dann kann ich mich lösen. Mit Gier ist hier nicht nur materielle Gier gemeint, sondern sehr umfassend alles, was uns die „Haben-Unkultur“ tagtäglich anpreist. Wir definieren uns oft über das „Haben“ und nicht über das „Sein“. Der Meditation geht es aber um das Sein: „wer bin ich?“ war die unbeantwortbare Grundfrage, die dennoch gestellt werden sollte.

Nur eine andere Form der Gier ist das Begehren „es möge jetzt und hier anders sein“  und „der andere ist aber schuld“. Wir beherrschen nicht die Dinge und Gefühle, sondern meist  beherrschen sie uns und solange sind wir abhängige und unfreie Menschen. Das gilt auch für unsere Bilder, die wir uns machen und die uns beherrschen: von der Welt, der Natur, dem Menschen, in der Politik, von Gott, ... Verunsichern mich die brechenden Bilder zu sehr, dann suche ich Sicherheit im Fundamentalismus – und verliere noch mehr Freiheit.

Sich von der Gier zu lösen heißt nicht, zum Asketen zu werden, es geht um die Umkehrung der Herrschaftsverhältnisse. Herrsche ich über mich oder werde ich beherrscht. So gehört auch die emotionale Abhängigkeit zu dieser Gier.

Lieben heißt nicht, sich abhängig vom Geliebten zu machen. Anhaften und abhängig sein sind die Fesseln, die unsere Freiheit verhindern. Nichtanhaftung bedeutet, sich nicht darüber zu ärgern, was nicht da ist, sondern sich an dem zu erfreuen und es zu schätzen, was gegenwärtig ist – denn das ist der Ansatzpunkt es ggfls. auch zu verändern.

Meditation lehrt uns die Verantwortung für sich hier und jetzt zu übernehmen.

Auf dieser Stufe erweitere ich meine Selbstverantwortung und meine Freiheit noch einmal. Je mehr ich mich von den verschiedenen Formen der Gier löse, beginnt Glück als gegenwärtiges Lebendigsein aufzuleuchten. Glück überschreitet die Grenzen der Selbstisolierung und läd zur Teilhabe ein: meine Freiheit ist die der anderen, mein Glück ist das Glück der anderen und ich möchte es mit anderen  teilen, sonst ist es kein Glück.  Das führt zur letzten Stufe der Meditation: Liebe

 

 

Ich bin Liebe und bin in der Liebe

Beobachte ich die Arbeitsweise meines Geistes, lebe ich mehr und mehr in der Gegenwart, begreife, dass Leben Vergänglichkeit bedeutet und löse ich mich von dem gierigen Verhalten, dann erfahre ich, worauf die Meditation zielt: meine unbedingte Liebe zu allen Wesen. Ich erkenne mich im anderen.

Das „Ich“  verschwindet nicht oder löst sich auf, aber seine einseitige Dominanz lässt nach. Die gewohnte Dualität wird überstiegen, die schon aufleuchtete, als ich „am Startplatz“ meinen Geist beobachtete, doch konnte ich dort damit noch nichts anfangen. Meditation gründet auf Erfahrungslernen, deshalb gibt es keine Abkürzungen.

 

 

 

Wenn ich diese fünf Stadien durchlebt, manchmal auch durchlitten habe, scheint sich der Kreis geschlossen zu haben: ich bin wieder da, wo ich startete. Das Bild vom Kreis täuscht, angemessener ist das Bild von einer aufwärts gerichteten Spirale. Mit jedem Umlauf kehre ich zum „Ausgangspunkt“ zurück, doch auf einer “höheren“  Ebene und erlebe die einzelnen „Stufen“ auf andere Weise, sofern ich die vorhergehenden integriert habe. Die Ebenen sind miteinander verflochten und stehen in gegenseitiger Abhängigkeit.

So wird Meditation ein Prozess lebenslangen Lernens. Meditation bleibt jedoch nutzlos und ist vergeudete Zeit, wenn sie nicht in der Frage gipfelt "Wer bin ich?" Eine Zu-mutung? 

Ja.

In der ehrlich betriebenen Meditation verändern wir  Schritt für Schritt die eigene Lebenshaltung: sie wird  immer stärker durchdrungen von Neugier, Offenheit, Akzeptanz und letztlich von Liebe. Das wachsende Mitgefühl schließt Mit-Freude ebenso ein wie Mit-Leiden und Mit-Schmerzen. Zum Leben gehören die Sonnen- wie die Schattenseiten. Es geht um Weisheit und die ist nicht ohne Selbsterkenntnis, Selbstzweifel und Veränderung auch  der politischen Lebensbedingungen zu bekommen.

"Sei bewusst und tue was Du willst!" könnte  der passende Wahlsprüche des Meditierenden sein. Mögen alle Menschen Lieben lernen !

 

Hintergrund meiner  Meditationseminare

 ist u.a.  das Verständnis von Freiheit bei Jiddu Krishnamurti ( "Freiheit ist ein pfadloses Land!" - sie verträgt keine Dogmen und ausgetretene Pfade) und die Entfaltung des menschlichen Potentials nach der Humanistischen Psychologie. Den Menschen verstehe ich als jemand, der ein großes, ihm innewohendes Potenzial hat und er kann es verwirklichen, wenn er es ernsthaft will. Dabei möchte ich ihn gerne unterstützen.

Meditationen aus verschiedenen Traditionen und Kulturen sind Bausteine in den Seminaren, soweit sie dem Wachstum des Menschen dienen und den Weg zu mehr Selbstverantwortung und Lebensfreude bahnen.

Je nach Verlauf der Seminare (und der mitgebrachten Themen und Probleme der Teilnehmer) spielen  ZaZen, Tanz- und Bewegungsmeditationen und Elemente verschiedener Körpertherapien eine hilfreiche Rolle.

Jedes Seminar ist in sich abgeschlossen, es bedarf keiner Vorkenntnisse; doch setzt der Gewinn - Gleichmut, Freude, Gelassenheit, Freiheit - erst im alltäglichen Üben ein: im Supermarkt, im Lehrerzimmer, auf der Autobahn. 

Das Ergebnis der Meditation hängt allein von der Geduld und der fröhlichen, doch diszplinierten und unverkrampften Ausdauer ab und bewährt sich, sobald Achtsamkeit im Alltag etwas Selbstverständliches geworden ist. Es liegt in eines jeden Hand, ob und wann er oder sie dem eigenen Leben ein neues Gefühl von Freiheit und Unabhängigkit geben will oder nicht.

Wolfgang Buchhorn