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 Jahresbrief 2009/2010

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Leben in Freiheit

 

Nicht immer gradlinig sein

Und berechenbar

Alles immer schon wissen

Ungedachtes auf Abwegen entdecken

Widersprüche nicht fürchten

Auch nicht die Angst

Vor Neuem und der Einsamkeit

Und auf kurvenreichen Umwegen

Das Feld des Denkbaren neu gestalten

Schönheit erleben

Ist Leben in Freiheit


 

 

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Jahresbrief 2009 / 2010                                   

                                                                                            Ich spüre die Unendlichkeit
Ganz ohne Ziel,
Lobpreise das Fallen
Geh ein in das Spiel

Stephanie Krenn

 

Sei von ganzem Herzen gegrüßt !

 

Selten war ein Jahr so gespalten zwischen persönlich und öffentlich wie das nun ablaufende, Freude auf der einen, Fassungslosigkeit auf der anderen Seite; Öffnung nach vorne contra Rolle rückwärts; die Kanzlerin beklagte zwar ihre Erpressbarkeit durch die Finanzwirtschaft, doch blieb es bei der Vermählung mit den ideologischen Verursachern der Krise. Bei den Verhandlungen um das neue Regierungsprogramm hatte die logische Vernunft und Wahrhaftigkeit offensichtlich Hausverbot. Koalitionskrisen schon in den ersten Wochen, Rücktritte und Umbildung des Kabinetts bevor der zweite Monat vorbei war.

Aufgrund der Ignoranz zu vieler Wähler wird es neoliberaler weitergehen, deutlicher wohl erst nach den Wahlen in NRW, mit weiterem Abbau solidarischer Strukturen, mit 3o Mrd.€ Steuersenkungen auf Pump, während z.B. das Saarland nur noch die Hälfte der Schuldzinsen bezahlen kann, mit Erschwerung alternativer Energie-nutzung, Weiterbau von Kohlekraftwerken trotz Klimakatastrophe. Es wirft Fragen nach der Zukunftsfähigkeit auch unserer Demokratie auf, wenn die Lösung dringender Probleme zugunsten der Steigerung von Profiten verschoben werden.

 

Gilt das ebenso für die UN-Klimakonferenz  in Kopenhagen, deren Resultate unverbindliche Absichtserklärungen bleiben sollen? Dabei ist die Ausgangslage hinreichend bekannt, das Ziel ist bekannt, und die Zeit zur Rettung läuft unaufhaltsam ab. Wenn ein Weg nicht begangen wird, obwohl alles bekannt ist, dann mangelt es an einer inneren Haltung der Verantwortung für das Leben bei den Herrschenden, die sich offensichtlich nicht-verantwortlich fühlen. Oder haben sie schon resigniert, weil nichts mehr zu retten ist? So ruiniert die Kasinohaltung des Neoliberalismus langfristig eine ganze von Menschen bewohnbare Welt.

 

 „Maximale Gewinne im Hier und Jetzt, nach mir die Sündflut“, war und ist schon wieder die Maxime. In der Meditation gehört der Satz vom Hier und Jetzt zum Standartvokabular und mir war dabei oft mulmig zumute. Dieser Kurzfristigkeit traute ich nicht, denn die Bedingungen, unter denen dieser Satz nur stimmt, blieben meist unbedacht. Jetzt wurde mir klar: unbedingte Voraussetzung ist nicht-duales Gewahrsein oder Denken. Mir scheint, nur dort ist eine zukunftsfähige Haltung beheimatetet.

 

Es ist ziemlich unwichtig, ob Bonuszahlungen an gescheiterte Manager so schamlos hoch sind oder nicht oder wer Steuern hinterzieht,  wichtiger wäre es, das ökonomische und gesellschaftliche System zu untersuchen und zu verändern, das solches Verhalten ermöglicht. Mir fiel ein Zitat von John Steinbeck in die Hand, das die herrschende Haltung beschreibt: „Menschliche Eigenschaften wie Güte, Großzügigkeit, Offenheit, Ehrlichkeit, Verständnis und Gefühl sind in unserer Gesellschaft Symptome des Versagens. Dagegen sind Gerissenheit, Habgier, Gewinnsucht, Gemeinheit und Egoismus Merkmale des Erfolges.“ Können wir uns da wundern, wenn die Probleme so sind, wie sie sich uns jetzt zeigen? Jedem Gewinn steht ein Verlust gegenüber, nur nicht am gleichen Ort, nicht zur selben Zeit und nicht für dieselbe Person. Ein perpetuum mobile ist auch in der Ökonomie nicht möglich.

 

Ich finde dies alles nicht nur widerlich, sondern ich spüre mehr und mehr, dass sowohl die Politik wie die Medien uns mit Scheingefechten und Halbwahrheiten von den wirklich zukunftsentscheidenden Problemen ablenken –unser Auto statt des dramatischen Klimawandels, Senkung der Restaurantkosten statt der weltweit zunehmende Hunger (alle fünf (!) Sekunden verhungert ein Kind), die Erpressbarkeit der Regierungen, die Verarmung von Menschen auch bei uns, die Ausgrenzungen. Wie einst die römische Bevölkerung durch Brot und Spiele eingelullt wurde, so geschieht es allabendlich bei uns heute vor dem TV, immer öfter, immer besser üben wir diese Haltung der Ablenkung und halten uns für frei.
 

Anlässlich des massiven Wahlbetrugs bei den Präsidentenwahlen in Afghanistan  fällt nicht nur  die Begründung, sondern auch die Durchführung des „kriegsähnlichen Zustandes“, in die Kategorie mangelhafter Glaubwürdigkeit. Soldaten werden als Kanonenfutter missbraucht, solange es selbst nach acht Jahren Krieg keine ehrlichen Konzepte gibt, die auf einen wirklichen Frieden zielen. Die Behauptung, dort werde Deutschlands Freiheit und Demokratie verteidigt, fällt peinlich in sich zusammen. Erst recht, wenn trotz der wachsenden Herrschaft von Taliban und Al Quaida vom bevorstehenden Abzug geredet wird. Wohl wahr: Frieden ist mit militärischen Mitteln nicht zu erreichen. Auch das wird gesagt, doch gehandelt wird umgekehrt. Sind auch da die Regierungen -diesmal durch den militär-industriellen Komplex-  erpressbar? Oder geht es dabei um die nun scheinbar mögliche Etablierung der US-Herrschaft in Mittelasien wie es der ehem. US-Sicherheitsberater Brzezinki schon 1999 als Ziel US-amerikanischer Asienpolitik beschrieb? Ist dann der „Kampf gegen den Terrorismus“ nur noch Alibi für weitere Einschränkungen von Freiheit und zusätzliche Aufrüstungen? Die Folgen des absehbaren militärischen Scheiterns in Afghanistan/Pakistan mag ich mir nicht auszumalen.
 

Leider kann ich nur weniges erfreuliches zu berichten. Die Sackgasse des bisherigen Bolognaprozesses scheint erkannt -der Bachelor ist so nicht berufsqualifizierend- doch ob die Schüler- und Studentenproteste im Sommer bei uns wie auch der Tod des 15jährigen Alexis in Athen ein Umdenken bewirkt,  ist noch offen. Auch der langanhaltende Streik der französischen Schüler und Studenten hat bislang keine Früchte getragen; sie müssen weitergehen, damit aus verbalen Beteuerungen wirkungsvolle Taten werden und der schwarze Peter nicht länger hin und her geschoben wird –vom Bund zu den Ländern, von den Ländern zu den Unis. Es rächt sich jetzt die hochgejubelte, doch unifremde „Aufsichtsratlösung“ für die Leitung von Universitäten. Besonders dreist erscheint mir dabei die NRW-Regierung: an der Misere von Schule und Hochschule seien die Lehrer und die Studenten schuld.
 

So wichtig diese Ereignisse auch sind, sie sind nur einige Facetten allen Geschehens, das  unser Leben ausmacht. Leben ist unvollständig, wenn es nicht auch den Tod umfasst. Mit dem  Leben kam der Tod in die Welt. Das musste ich auch in diesem Jahr erneut lernen.  Der plötzliche Tod meiner langjährigen Mentorin, Lehrerin, nicht zuletzt Freundin Stephanie Krenn im April traf mich unvorbereitet und heftig und ist immer noch nicht verdaut; dieser Tod hat mich aufgefordert,  das Geschehen um Sterben und Abschied noch einmal anders zu sehen, es zu wenden und den immer noch engen Horizont erneut zu weiten. Stephanie lehrte mich die Weite und ermutigte mich immer wieder. Auch andere Menschen, die mich (und uns)  in den Seminaren beeinflussten, haben ihr irdisches Dasein beendet: aus dem Kreis der Seminarteilnehmer war es Hans-Werner Köhler, andere waren Pina Bausch (sie beeinflusste unser Tanzen), Werner Sprenger (Textmeditation), Maurice Jarre, entfernter Michael Jackson, Edward Kennedy, Peter Zadek, Robert Enke, um nur einige zu nennen. Der buddhistische Grundsatz des steten Wandels aller Erscheinungen erfährt im Tod eine radikale und grausame Zuspitzung. Dieser Abschied ist endgültig und ohne Vertröstung,  wohl aber eine Chance für neue Horizonte.

 

Das Sicherste
 

Wenn dann das Sicherste geschieht

Das unabwendbar Sichere

Des Lebens

Verschlingt die totenstille Leere alles Denken

Umschließt das Grauen auch das Herz

Für kurze Zeit steht alles still

Abgründig Tiefes gähnt uns schweigend an

Bis uns das Leben wieder packt

So ungesichert wie zuvor

WB

 

Nachdem mein erstes Gedichtsbuch auch Dank Deiner Beteiligung in der ersten Auflage fast ausverkauft ist, erscheint noch vor Weihnachten der zweite Band „Lebensgrund: Lieben!“ und der dritte ist bereits in Arbeit, in dem es noch stärker um das nichtduale Wahrnehmen von Wirklichkeit geht, dem Fundament oder Ziel aller Meditation.
 

Diese Transformation von der trennenden zur nichtdualen Wahrnehmung lässt sich nicht an einem Wochenendkurs verwirklichen; sie bedarf eines langen Atems. Wohl nur durch Übung auch im Alltag lockern wir die Grenzen und es gilt dabei die kleinen Fortschritte wahrzunehmen und sie zu würdigen. Entscheidend ist: die nichtduale Wahrnehmung ist möglich, sie ist erlebbar und keine bloß ausgedachte nette Idee, erst recht ist sie kein wellness-Unternehmen.
 

Es gibt kein Rezept, dennoch haben wir in den Seminaren oft erste Schritte getan und sind auf dem Weg gewachsen. Besonders in den langsamen Bewegungen u.a. in der Gehmeditation übten wir das  „Bewusster-werden“ sowie das „Über-sich-hinauswachsen-können“ und fühlten oft die Lebensqualität der Langsamkeit; beim Tanzen und im Yoga spürten wir den eigenen Körper mit allen Gefühlen und entdeckten oft das längst Gewusste jenseits des rationalen Denkens; andere Schritte waren in der Atem-Meditation das Erfahren der tiefen Geborgenheit (sie ist eine der beiden grundlegenden Bedürfnisse menschlichen Lebens, wie die Hirnforscher herausgefunden haben), deutlich erlebt wurde das Eingebundensein in der  Orangen(Apfel-)meditation; in den Partnerübungen konnten wir wahrnehmen, das die Abgrenzungen durchlässiger werden; in den Gesprächen mit anderen konnten wir uns selbst wiedererkennen; last but not least in Ritualen erahnten wir unsagbare Kräfte, spürten wir die Freude des Gebens und die Dankbarkeit des Nehmens in der Tee-Zeremonie und im ZaZen die Stille hinter der Stille. Die befreiende Wirkung von Phantasiereisen und Visualisierungen nutzten wir lange bevor uns die moderne Hirnforschung die Begründung lieferte.
 

Die Trennung von profan und heilig, Alltag und Meditation, Meditationsraum und Disco ist nur noch eine behindernde Krücke, die wir beiseite legen können wie die Trennung zwischen Innen und Außen. Es kommt einzig auf die Haltung an. Krishnamurti schrieb: „Du bist die Welt.“ Das können wir wörtlich verstehen.

Wir sind in den Seminaren also schon lange auf dem Weg ohne es jeweils ausdrücklich gesagt zu haben. Manchmal ist es hilfreich, sich auch dort den größeren Rahmen klarzumachen und sich des Gesamtzusammenhangs zu erinnern. Hier tue ich es. Diese in den Seminaren erworbene Haltung, die schließlich in die nonduale Wahrnehmung mündet ist das Gegenteil der eines Kasino-Zockers.

 

Nonduales Wahrnehmen von Wirklichkeit geschieht nicht in einem einzigen Sprung, sie tritt nur als solcher erschütternd ins Bewusstsein.: Grenzen erkennen, sie eine Weile aushalten und sie dann hinter sich lassen. Das gilt auch für Begriffe, Bilder, Ziele: sie sind wie der Finger, der auf den Mond zeigt; es geht aber nicht um den Finger. Das vergessen wir oft und lassen uns vom Alltag gefangen nehmen, in dem nicht die Grundbedürfnisse ihre Erfüllung finden, sondern wir auf unstillbare Ersatzbefriedigungen konditioniert werden. Ersatzbefriedigung ist Ersatz und das kann uns nicht glücklich machen, sondern nur abhängig und krank, etwa durch eine Depression. Nur so funktioniert allerdings unsere Wirtschaft, die auf dem Wahn des ewigen Wachstums beruht, das dazu noch exponentielles Wachstum sein soll wie es sonst nur bei Krebserkrankungen vorkommt. Das Wachstum (buddhistisch gesprochen: die Gier), auf dem der Kapitalismus beruht, bedarf der Krisen, die dann platzen müssen (!)  oder eines Krieges, der dann wieder Wachstum ermöglicht. Keine neue Einsicht, leider.
 

Hier schärft die Meditation unsere Fähigkeit zu unterscheiden, was ist sättigende Befriedigung und was ist weiteren Hunger erzeugender Ersatz. In der Meditation geht es um das Kultivieren einer von innen kommenden Haltung der Begeisterung, des Respektierens, ja, des Liebens  - sich und andere. Die Hirnforscher bestätigen: unser Gehirn entwickelt und verändert sich in dem Maße bis ins hohe Alter solange wir uns den gestellten Aufgaben mit Begeisterung stellen. So bin ich bin mir sicher, das kein Mensch auf Dauer wunschlos glücklich sein kann, er bliebe unter seinen Wachstumsmöglichkeiten.

 

Meditation heißt für mich: immer neu und subtiler wahrnehmen, was tatsächlich geschieht und gleichzeitig ahnen: es gibt Größeres. Das wertzuschätzen kann überall geübt werden: mit dem Partner, der Partnerin, den Kollegen, dazu zählt das würdevolle Umgehen mit dem Essen, das achtsame Umgehen mit der Umwelt und der Sprache, selber wahrhaftiger werden,  mehr für möglich halten als es uns unser Alltagsbewusstsein erlaubt. Sicher klappt es nicht immer, doch vielleicht immer öfter. Im scheinbar Kleinen entdecke ich, was wirklich-wirklich wichtig ist  und genau da findet das Glück statt.
 

Wir sollten in der Meditation nicht die Beigaben mit dem Ziel verwechseln, den Finger nicht mit dem Mond. Es geht nicht nur um Entspannung, Wohlfühlen, Abschalten, Auftanken, selbst Gelassenheit ist lediglich ein Zwischenziel ... das alles sind Zugaben, die sich fast von selbst einstellen. Tatsächlich geht es darum, der bzw. die zu werden, der/die wir sein können: unbedingt liebend, verbunden, frei, wertschätzend, seelisch wachsend. „Wer nicht er selber wird, der hat nicht gelebt!“ schreibt Thomas Merton. Dabei taucht ein Paradox auf: bereit sein, ziellos und voller Neugier einem unbekannten Ziel entgegen zu wachsen. Wir leben ungern in solchen Paradoxa, doch wohl nur durch solche Paradoxa entkommen wir der Falle der Dualität; Im Zen leistet diese Aufhebung der Dualitätsfalle das Koan.

Alles Sagbare und Denkbare ist dualistisch; im Sprechen verfälschen wir die Wirklichkeit, im Schweigen verfehlen wir sie. Es sei denn wir erleben Wirklichkeit wie es Martin Heidegger auf eine Zen-Weise ausdrückte:  „Die Sprache spricht als das Geläut der Stille.“

 

Jenseits der Dualität
 

Gedanken freilassen

Auch Hoffnungen und Wünsche

Den Willen

Sich aller Urteile enthalten

Bei Sinnen sein und sie seinlassen

Sich zurücknehmen

Für diesen Moment
 

Unverwechselbar und einzeln

Tauchen dann die Menschen und Dinge auf

In ihrer großen Würde

Verbunden sind wir völlig eins

Und doch ist jedes ganz für sich

W.B.

 

Zwei Einsichten erfüllten mich im ablaufenden Jahr in Aix-en-Provence: in der Meditation geht es um das Kultivieren der Wahrnehmung des Ganzen. Und es gibt keinen Teil des Ganzen, denn dann ist es nicht mehr das Ganze. D.h. in jedem „Teil“ ist das Ganze vorhanden, buddhistisch: in jeder Welle ist der Ozean. Der dialektische Ansatz greift zu kurz und bleibt letztlich immer noch im Dualismus gefangen. Das systemische Denken scheint gegenüber dem dialektischen Ansatz umfassender zu sein. 

Jetzt wankte für mich der sichergeglaubte Boden. Im Vollzug dieser Einsicht erlebte ich im gleichen Augenblick, dass diese nonduale Wahrnehmung nicht nur angenehm ist, oft ist sie schmerzhaft, bitter und ruft Beschämung hervor, auch tränendurch-setzte Erschütterung. Der Tod gehört zum Leben, auch die Enttäuschung, die Ratlosigkeit, die Angst. Und so weiß ich nicht, ob ich empfehlen kann, diesen Wahrnehmungsmodus erleben zu wollen, auch wenn dieses keine persönliche Enttäuschung oder Angst ist, sondern Angst schlechthin  -allerdings auch und vor allem unabänderliches Glück, das immer nur geschieht.  Doch weil es sich nicht um einen Entschluss handelt, den ich treffen kann oder nicht, solange ich auf diesem Weg der Meditation wandle, stellt sich diese Frage nicht wirklich. Das Erfahren geschieht einfach und ist wohl immer ungewollt. Ich erlebte es erst im Nachhinein als Geschenk oder Gnade. Dann beginnt das wirkliche Leben .... Beschämt beobachte ich heute, dass sich das „alte Denken“ immer wieder wie zäher, klebriger Brei auf mein Wahrnehmen legt und versucht das dieses Jahr oft Erfahrene ungeschehen zu machen. So muss ich immer wieder mal kratzen, um den Spiegel blank zu bekommen. Es ist Arbeit.

 

Meditation

 

Bis ans Ende des Denkbaren denken

Bis ans Ende des Sagbaren sagen

Grenzenlos reisen

Dann die Stille aushalten und die

Verzweifelung

Tränenreich

Schließlich erschüttert

In der Leichtigkeit

Der Freiheit

Leben

W.B.

 

So betrachte ich dieses  Jahr am Ende als Mandala. Es führte mich mehr ins Leben, in die Freiheit, ins Glück, ins Lieben,... doch das Ende ist der größere Anfang ... Einen der Wege zum Verständnis dieses Mandalas nenne ich Meditation. Gerne gehe ich ihn mit Dir weiter. Du bist eingeladen mich zu begleiten und ich bitte Dich mich zu begleiten

 

Dein

dankender

Wolfgang





 

 

 

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Aufgabe am Morgen

 

Sich der Welt zuwenden

Nicht um zu wissen

Oder zu herrschen

Vielleicht aus Neugier

Fallende Blätter sehen

In den Gesichtern lesen

Die Not und die Angst erkennen

Und die Freude des Begegnens

Den Worten lauschen

Rücksichtsvoll die Begrenzungen fallen lassen

Wie eine Knospe sich langsam öffnet

Für den Duft der Welt

Der voller Liebe ist

 


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Gehen

 

Ich vertraue dem Denken

Beim Gehen

Aus Stille geboren

Durch Schritte geformt

Und verworfen

Geprüft durch den Atem

Durch Blicke ergänzt

Vorläufig geronnen

Zum Satz